{"id":117,"date":"2013-09-27T14:08:58","date_gmt":"2013-09-27T14:08:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tecks.de\/?p=117"},"modified":"2015-03-27T14:11:02","modified_gmt":"2015-03-27T14:11:02","slug":"keine-ausschlussfrist-bei-mobbing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tecks.de\/?p=117","title":{"rendered":"Keine Ausschlussfrist bei Mobbing"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"textbold1\">In vielen Arbeitsvertr\u00e4gen finden sich sogenannte \u201eAusschlussfristen\u201d oder \u201eVerfallfristen\u201d. Die entsprechenden Klauseln sehen vor, dass bestimmte Rechte, die aus dem Arbeitsverh\u00e4ltnis heraus entstanden sind, nach Ablauf einer Frist erl\u00f6schen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer verschaffen sich auf diese Weise Sicherheit, dass nicht noch Jahre nach Ende des Arbeitsverh\u00e4ltnisses \u00fcberraschend Anspr\u00fcche geltend gemacht werden.<br \/>\n<\/span><br \/>\nAllerdings d\u00fcrfen l\u00e4ngst nicht alle Anspr\u00fcche ausgeschlossen werden. Soweit durch die Ausschlussfristen gesetzliche Verbote oder Gebote umgangen werden, h\u00e4lt die Rechtsprechung dies f\u00fcr unwirksam.<\/p>\n<p>So auch in einem k\u00fcrzlich vom BAG entschiedenen Fall: Eine Arbeitnehmerin war im September 2009 f\u00fcr die Dauer eines Jahres als Leiterin einer Tankstelle engagiert worden. Der Arbeitsvertrag enthielt eine Klausel, wonach alle beiderseitigen Anspr\u00fcche aus dem Arbeitsverh\u00e4ltnis und solche, die mit dem Arbeitsverh\u00e4ltnis in Verbindung stehen, verfallen sollten, wenn sie nicht innerhalb von drei Monaten nach der F\u00e4lligkeit gegen\u00fcber der anderen Vertragspartei schriftlich erhoben werden.<\/p>\n<p>Im November 2009 wurde die Mitarbeiterin arbeitsunf\u00e4hig krank. Anfang Februar 2010 verst\u00e4ndigte man sich auf die Beendigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses zum 31. Mai 2010. Ende M\u00e4rz 2010 unterrichtete die Arbeitnehmerin ihren Arbeitgeber dar\u00fcber, dass sie gegen ihren Vorgesetzten Strafanzeige wegen Beleidigung und sexueller Bel\u00e4stigung gestellt habe. Am 30. August 2010 verklagte sie ihren Arbeitgeber auf Zahlung eines Schmerzensgeldes wegen Mobbings. Sie machte geltend, dass ihr Vorgesetzter sie t\u00e4glich schikaniert und beleidigt habe.<\/p>\n<p>Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht wiesen ihre Klage im Hinblick auf die Ausschlussfrist ab. Das BAG ruderte zur\u00fcck: Mit der von den Vorinstanzen gegebenen Begr\u00fcndung k\u00f6nne die Klage nicht abgewiesen werden. Anders als bei einer tarifvertraglichen Ausschlussfrist d\u00fcrften bei einer arbeitsvertraglichen Verfallfrist F\u00e4lle der Vorsatzhaftung nicht erfasst werden. Dies ergebe sich aus der eindeutigen Gesetzeslage:<\/p>\n<p>Zum einen regele \u00a7 202 Abs. 1 BGB, dass die Verj\u00e4hrung bei Haftung wegen Vorsatzes nicht im Voraus durch Rechtsgesch\u00e4ft erleichtert werden d\u00fcrfe. Weiter sehe \u00a7 276 Abs. 3 BGB vor, dass die Haftung wegen Vorsatzes dem Schuldner nicht im Voraus erlassen werden k\u00f6nne. Zuletzt bestimme \u00a7 104 Abs. 1 Sozialgesetzbuch (SGB) VII, dass der Arbeitgeber bei Arbeitsunf\u00e4llen und Berufsunf\u00e4higkeit ausschlie\u00dflich bei Vorsatz hafte.<\/p>\n<p>Die Richter verwiesen den Fall daher an das LAG K\u00f6ln zur\u00fcck, um festzustellen, ob eine vors\u00e4tzliche Mobbinghandlung vorgelegen habe, die einen Schmerzensgeldanspruch rechtfertige. (BAG vom 20. Juni 2013 \u2013 8 AZR 280\/12)<\/p>\n<p>Quelle: http:\/\/www.cms-hs.net<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In vielen Arbeitsvertr\u00e4gen finden sich sogenannte \u201eAusschlussfristen\u201d oder \u201eVerfallfristen\u201d. 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