{"id":344,"date":"2016-07-12T19:09:38","date_gmt":"2016-07-12T19:09:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tecks.de\/?p=344"},"modified":"2016-07-12T07:15:39","modified_gmt":"2016-07-12T07:15:39","slug":"arbeitnehmer-mit-gewohnlichem-arbeitsort-in-osterreich-der-von-einer-deutschen-gmbh-ohne-zweigniederlassung-in-osterreich-beschaftigt-werden-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tecks.de\/?p=344","title":{"rendered":"Arbeitnehmer mit gew\u00f6hnlichem Arbeitsort in \u00d6sterreich, der von einer deutschen GmbH ohne Zweigniederlassung in \u00d6sterreich besch\u00e4ftigt werden soll"},"content":{"rendered":"<p>zu beachtende Punkte und Verweis zu n\u00e4heren Informationen auf Fundstellen in der Entsendeplattform:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong><u>Anwendbares Arbeitsrecht:<\/u><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach Artikel 8 Absatz 1 der EU-Verordnung 593\/2008 (\u201eRom I-Verordnung\u201c) unterliegt das Arbeitsverh\u00e4ltnis dem von den Parteien des Arbeitsvertrags gew\u00e4hlten Recht.<\/p>\n<p>Mangels einer Rechtswahl gilt nach Artikel 8 Absatz 2 der EU-Verordnung das Arbeitsrecht des gew\u00f6hnlichen Arbeitsortes, daher \u00f6sterreichisches Arbeitsrecht.<\/p>\n<p>Auch bei einer Rechtswahl (z. B. des deutschen Rechts) gelten jedoch diejenigen zwingenden (durch Vereinbarung nicht abdingbaren) Bestimmungen des Rechts des gew\u00f6hnlichen Arbeitsorts (des \u00f6sterreichischen Rechts), die f\u00fcr den Arbeitnehmer vergleichsweise g\u00fcnstiger sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong><u>Mindestentlohnung:<\/u><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Aus der Rom I-Verordnung folgt f\u00fcr die von Ihnen geschilderte Fallkonstellation im Hinblick auf die Entlohnung, dass auch im Fall, dass deutsches Recht als anwendbar vereinbart wurde, das <strong>\u00f6sterreichische Mindestlohnniveau des ma\u00dfgeblichen \u00f6sterreichischen Kollektiv(=Tarif)vertrags <em><u>nicht unterschritten<\/u><\/em><\/strong> werden darf.<\/p>\n<p>Insgesamt gilt \u00a7\u00a07 Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz (AVRAG), der besagt, dass der in \u00d6sterreich dauerhaft besch\u00e4ftigte Arbeitnehmer eines Arbeitgebers ohne Sitz in \u00d6sterreich <em><u>zumindest<\/u><\/em> Anspruch auf das gesetzlich, durch Verordnung oder kollektivvertraglich festgelegte Entgelt hat.<\/p>\n<p>Die Mindestentlohnung wird gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a07g AVRAG vom zust\u00e4ndigen \u00f6sterreichischen Krankenversicherungstr\u00e4ger kontrolliert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong><u>Gerichtsstand:<\/u><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach Art. 21 und 22 der EU-Verordnung 1215\/2012 (\u201eBr\u00fcssel I-Verordnung\u201c) k\u00f6nnen eingebracht werden:<\/p>\n<p>1.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Klagen gegen den\/die Arbeitgeber\/in nach Wahl des Kl\u00e4gers entweder bei den Gerichten des Staates, in dem der\/die Arbeitgeber\/in seinen\/ihren Sitz hat (Deutschland) oder bei den Gerichten des Staates des gew\u00f6hnlichen Arbeitsorts (\u00d6sterreich);<\/p>\n<p>2.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Klagen gegen den Arbeitnehmer nach Wahl des Kl\u00e4gers\/der Kl\u00e4gerin nur bei den Gerichten des Staates des gew\u00f6hnlichen Arbeitsorts (\u00d6sterreich).<\/p>\n<p>Eine anders lautende Gerichtsstandsvereinbarung w\u00e4re aufgrund des Artikels 23 der Br\u00fcssel\u00a0I-Verordnung erst nach Entstehung der Rechtsstreitigkeit g\u00fcltig oder wenn sie dem Arbeitnehmer zus\u00e4tzliche Einbringungsm\u00f6glichkeiten einr\u00e4umt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong><u>Anmeldung zur \u00f6sterreichischen Sozialversicherung und ihr Nachweis:<\/u><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Gem\u00e4\u00df Art. 11 Abs. 3 a) der Verordnung (EG) Nr. 883\/04 unterliegt eine Person, die in einem EU-Mitgliedstaat eine Besch\u00e4ftigung oder selbst\u00e4ndige Erwerbst\u00e4tigkeit aus\u00fcbt, den Rechtsvorschriften \u00fcber soziale Sicherheit dieses Mitgliedstaates &#8211; egal wo diese Person selbst wohnt oder ihr\/e Arbeitgeber\/in seinen\/ihren Sitz hat.<\/p>\n<p>Der Mitarbeiter ist daher in \u00d6sterreich zur Sozialversicherung anzumelden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die sozialversicherungsrechtlichen Unterlagen m\u00fcssen nicht am Arbeitsort des Arbeitnehmers bereitgehalten werden; sie m\u00fcssen jedoch auf Verlangen des zust\u00e4ndigen \u00f6sterreichischen Krankenversicherungstr\u00e4gers zur Verf\u00fcgung gestellt und \u00fcbermittelt werden.<\/p>\n<p>Nach \u00a7\u00a042 Abs. 1 Z 4 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) muss der\/die Arbeitgeber\/in Auskunft \u00fcber alle f\u00fcr das Versicherungsverh\u00e4ltnis ma\u00dfgebenden Umst\u00e4nde erteilen.<\/p>\n<p>Zur Kontrolle der Entlohnung und der Einhaltung sozialversicherungsrechtlicher Bestimmungen verpflichtet auch das AVRAG den\/die Arbeitgeber\/in, dem Krankenversicherungstr\u00e4ger Einsicht in Unterlagen zu gew\u00e4hren und Unterlagen auf Verlangen zu \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong><u>Bereithaltung der relevanten Lohnunterlagen am Arbeitsort des Arbeitnehmers<\/u><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Entsprechend \u00a7\u00a07d Abs. 1 in Verbindung mit \u00a7\u00a07 AVRAG muss der Arbeitgeber mit Sitz in Deutschland Lohnunterlagen am Arbeitsort in \u00d6sterreich bereithalten.<\/p>\n<p>Die Bereithaltung z. B. bei einer steuerrechtlichen Vertretung, d. h. einem Steuerberater in \u00d6sterreich wird als gleichwertig angesehen.<\/p>\n<p>N\u00e4here Information\u00a0 dazu unter <a href=\"http:\/\/www.entsendeplattform.at\/cms\/Z04\/Z04_5.5\/formalitaeten\/unterlagen\">http:\/\/www.entsendeplattform.at\/cms\/Z04\/Z04_5.5\/formalitaeten\/unterlagen<\/a> \u2013 f\u00fcr Ihre Fallkonstellation ist hier jedoch nur das zu \u201eLohnunterlagen\u201c Ausgef\u00fchrte relevant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong><u>F\u00fchrung von Arbeitszeitaufzeichnungen:<\/u><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Siehe hierzu die Informationen unter <a href=\"http:\/\/www.entsendeplattform.at\/cms\/Z04\/Z04_1.1\/arbeitsrecht\/arbeitszeit%23arbeitszeitaufzeichnungen\">http:\/\/www.entsendeplattform.at\/cms\/Z04\/Z04_1.1\/arbeitsrecht\/arbeitszeit#arbeitszeitaufzeichnungen<\/a> und unter <a href=\"http:\/\/www.entsendeplattform.at\/cms\/Z04\/Z04_5.5\/formalitaeten\/unterlagen\">http:\/\/www.entsendeplattform.at\/cms\/Z04\/Z04_5.5\/formalitaeten\/unterlagen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachdem die Besch\u00e4ftigung des Arbeitnehmers in \u00d6sterreich nicht mit einer Entsendung aus Deutschland einhergeht, sondern sich der gew\u00f6hnliche Arbeitsort in \u00d6sterreich befindet, kommen die Bestimmungen \u00fcber die <strong>Meldung eines Arbeitseinsatzes als Entsendung <u>nicht<\/u><\/strong> zum Tragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0<strong>BUNDESMINISTERIUM\u00a0<\/strong><strong>F\u00dcR ARBEIT, SOZIALES\u00a0<\/strong><strong>UND KONSUMENTENSCHUTZ \u00d6sterreich<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>zu beachtende Punkte und Verweis zu n\u00e4heren Informationen auf Fundstellen in der Entsendeplattform: &nbsp; Anwendbares Arbeitsrecht: Nach Artikel 8 Absatz 1 der EU-Verordnung 593\/2008 (\u201eRom I-Verordnung\u201c) unterliegt das Arbeitsverh\u00e4ltnis dem von den Parteien des Arbeitsvertrags gew\u00e4hlten Recht. 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