{"id":541,"date":"2019-09-24T18:51:56","date_gmt":"2019-09-24T18:51:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tecks.de\/?p=541"},"modified":"2019-09-24T18:52:01","modified_gmt":"2019-09-24T18:52:01","slug":"e-bike-als-der-neue-dienstwagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tecks.de\/?p=541","title":{"rendered":"E-Bike als der neue Dienst\u00adwagen?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Klimawandel bestimmen \nderzeit die Debatten. Einig sind sich dabei alle: Eine nachhaltige \nLebensweise hat Auswirkungen auf unseren Alltag. Welchen Beitrag \nArbeitgeber leisten k\u00f6nnen, erkl\u00e4rt <em>Martin Biebl<\/em>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Immer mehr Menschen befassen sich mit \nThemen wie Klimawandel, Schonung von Ressourcen \u2013 also dem Schutz der \nUmwelt. Das machen sie bisher vor allem in ihrem Privatleben, obwohl die\n meisten von uns den \u00fcberwiegenden Teil eines Werktages am Arbeitsplatz \noder auf dem Arbeitsweg verbringen. Umweltschutz kann also vor der \nArbeitswelt nicht Halt machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eins kann man gleich vorwegnehmen: Oft wissen Unternehmen und \n\u00f6ffentliche Arbeitgeber \u00fcberhaupt nicht, welchen Beitrag sie zum \nUmweltschutz leisten k\u00f6nnten und wie sie auch ihre Mitarbeiter f\u00fcr \numweltbewusstes Agieren honorieren k\u00f6nnten \u2013 und dies teilweise sogar \nohne finanziellen Aufwand. Tats\u00e4chlich gibt es aber eine Reihe von \nOptionen, an die ein Arbeitgeber beim Umweltschutz denken kann. Zum \nWohle der Umwelt und nicht zuletzt aus Gr\u00fcnden der Au\u00dfendarstellung. \nSchlie\u00dflich f\u00e4llt auf, dass immer mehr Bewerber umweltbewusste \nArbeitgeber bevorzugen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das veraltete Statussymbol<\/h2>\n\n\n\n<p>Das liebste Kind des Deutschen ist sein Pkw. So zumindest das \nklassische und nicht ganz unbegr\u00fcndete Vorurteil. Ein Dienstwagen ist \ndeswegen noch sehr h\u00e4ufig ein Statussymbol und bei Vertragsverhandlungen\n ein wichtiger Punkt. Jedoch ist gerade der Stra\u00dfenverkehr ein gro\u00dfer \nFaktor beim CO2-Aussto\u00df. Durch die Gestaltung der Dienstwagenpolicy \nk\u00f6nnen Unternehmen also gezielt Anreize zu umweltbewusstem Verhalten \nsetzen. Spritschlucker und umweltsch\u00e4dliche Modelle k\u00f6nnen komplett aus \nder Modellpalette verbannt und stattdessen Elektro- oder Hybridfahrzeuge\n aufgenommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei diesen Fahrzeugen greift seit dem 1. Januar 2019 eine \nPrivilegierung bei der Besteuerung des geldwerten Vorteils: W\u00e4hrend \nnormale Benziner oder Dieselfahrzeuge mit einem Prozent des \nBruttolistenpreises versteuert werden m\u00fcssen, betr\u00e4gt der Satz f\u00fcr \nElektro- oder Hybridfahrzeuge nur 0,5 Prozent. Die j\u00e4hrliche Ersparnis \nist nicht zu untersch\u00e4tzen, aber leider h\u00e4ufig noch unbekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Geht man noch einen Schritt weiter, kann der vollst\u00e4ndige Verzicht \nauf einen Dienstwagen durch Ausgleichszahlungen belohnt werden. In \ngr\u00f6\u00dferen Unternehmen sind au\u00dferdem unternehmensinterne \nCarsharing-Modelle, bei denen Arbeitnehmer sich f\u00fcr bestimmte \nZeitfenster einen Pkw reservieren, denkbar und erfreuen sich immer \ngr\u00f6\u00dferer Beliebtheit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ab auf das Fahrrad<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr jeden, der sich regelm\u00e4\u00dfig mit dem Auto durch verstopfte \nInnenst\u00e4dte qu\u00e4lt und dabei feststellt, dass Parkpl\u00e4tze zu Radwegen und \nFahrspuren zu Radfahrfl\u00e4chen werden, stellt sich ohnehin die Frage: Muss\n es denn tats\u00e4chlich immer das Auto sein? Fahrr\u00e4der sollten gerade in \nSt\u00e4dten und bei k\u00fcrzeren Distanzen eine echte Alternative sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die private Nutzung eines dienstlichen Fahrrads oder E-Bikes (bis zu \neiner Geschwindigkeit von max. 25 km\/h), also eines Fahrrads, das der \nArbeitgeber seinen Angestellten zur Verf\u00fcgung stellt, wird nicht \nbesteuert, wenn der Arbeitgeber das Rad zus\u00e4tzlich zum Gehalt zur \nVerf\u00fcgung stellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei schnelleren E-Bikes und bei der Finanzierung des Rades durch eine\n teilweise Gehaltsumwandlung finden die Regelungen zur Versteuerung von \nDienstwagen Anwendung. Die Erfahrung zeigt, dass gerade das \nDienstfahrradleasing in immer mehr Unternehmen angeboten wird und \nzahlreiche Anbieter f\u00fcr diese Dienstleistungen aus dem Boden schie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man den Wechsel vom Auto auf das Rad noch attraktiver machen \nm\u00f6chte, kommen weitere Ideen ins Spiel: Duschen, Umkleider\u00e4ume und \nSpinds f\u00fcr die eigenen Klamotten nehmen auch Fahrradmuffeln die ewigen \nAusreden ab. Sichere Stellpl\u00e4tze f\u00fcr die R\u00e4der sind nat\u00fcrlich ebenfalls \nein wichtiger Punkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer weder mit dem Auto noch mit dem Rad zur Arbeit kommt, nutzt \nh\u00e4ufig die Bahn. Positiv und seit Anfang des Jahres auch steuerfrei \nm\u00f6glich sind Zusch\u00fcsse des Arbeitgebers zu Jobtickets. Die Fahrten des \nArbeitnehmers zwischen Wohnung und Arbeitsplatz k\u00f6nnen vom Arbeitgeber \nbezuschusst werden. Der Arbeitnehmer muss diese Leistungen nicht mehr \nversteuern und kann das Jobticket auch f\u00fcr Privatfahrten nutzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Mitarbeiter einbeziehen<\/h2>\n\n\n\n<p>H\u00e4ufig wird die passende L\u00f6sung f\u00fcr das Unternehmen erst im Rahmen \neiner offenen Diskussion gefunden. Ein Vorschlagswesen kann Mitarbeiter \nzu klimabewussten Ideen motivieren. Umgesetzte Vorschl\u00e4ge k\u00f6nnen \nanschlie\u00dfend durch Pr\u00e4mien oder Incentives belohnt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorschl\u00e4ge aus dem Kreis der Mitarbeiter haben oft eine h\u00f6here \nAkzeptanz und passen zu den Bed\u00fcrfnissen der Belegschaft. So kann zum \nBeispiel in der Unternehmenskantine ein Verzicht auf Einwegkaffeebecher \numgesetzt werden oder der Arbeitgeber schlie\u00dft sich mit umliegenden \nCaf\u00e9s zusammen und f\u00fchrt ein Pfandsystem ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wieso sollte man beispielsweise nicht den Verzicht auf eine \ngewisse Anzahl an Flugreisen pro Jahr durch Sonderurlaub belohnen. \nSinnvoll ist in diesem Bereich alles, was einen Anreiz f\u00fcr einen \numweltbewussten Lebensstil darstellt. Die Felder, auf denen sich \n\u00c4nderungen oft auch ohne gro\u00dfe M\u00fche und Kosten umsetzen lassen, sind \ndabei vielf\u00e4ltig: Raumklima, Beleuchtung, Abfallvermeidung und \nPapiersparen sind nur einige Beispiele. Es k\u00f6nnen auch \nInfoveranstaltungen angeboten werden, die die Arbeitnehmer schulen. \nArbeitgeber m\u00fcssen sich nur von den starren Denkmustern l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Egal f\u00fcr welche der Optionen sich ein Arbeitgeber entscheidet, sollte\n eine ordentliche Rechtsgrundlage im Arbeitsvertag bzw. einer \nZusatzvereinbarung oder durch Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag \ngeschaffen werden. Vor allem wenn die Leistungen des Arbeitgebers als \nTeil der Verg\u00fctung eingeordnet werden, k\u00f6nnen Konflikte entstehen. Bei \nteuer angeschafften Pkw oder Dienstr\u00e4dern sollte zudem Fragen der \nHaftung, Wartung, R\u00fcckgabe und Versicherung klar geregelt sein. Gerade \nin gr\u00f6\u00dferen Unternehmen sind Betriebsvereinbarungen die bessere Wahl, \nweil sie automatisch im Unternehmen gelten und nicht mit jedem \nArbeitnehmer eine Vereinbarung geschlossen werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Martin Biebl ist Rechtsanwalt und Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht bei  Beiten Burkhardt in M\u00fcnchen. Er ber\u00e4t unter anderem in den Branchen  Medien, Gesundheit und Produktion. Zu seinen Beratungsschwerpunkten  geh\u00f6ren neben der Begleitung von Betriebs\u00e4nderungen und  Restrukturierungen auch die Beratung von Arbeitgebern bei  Vertragsverhandlungen sowie die Einf\u00fchrung von Instrumenten zur Bindung  von Mitarbeitern durch alternative Verg\u00fctungsformen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Text unver\u00e4ndert kopiert\/geteilt von: www.lto.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Klimawandel bestimmen derzeit die Debatten. 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