{"id":616,"date":"2023-01-03T12:43:56","date_gmt":"2023-01-03T12:43:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tecks.de\/?p=616"},"modified":"2023-01-05T12:45:43","modified_gmt":"2023-01-05T12:45:43","slug":"arbeitgeber-konnen-mitarbeiter-ins-ausland-versetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tecks.de\/?p=616","title":{"rendered":"Arbeitgeber k\u00f6nnen Mitarbeiter ins Ausland versetzen"},"content":{"rendered":"\n<p>Arbeitgeber k\u00f6nnen Mitarbeiter ins Ausland versetzen BAG, Urteil vom 30. November 2022 \u2013 5 AZR 336\/21 Arbeitgeber k\u00f6nnen im Rahmen ihres arbeitsvertraglichen Direktionsrechts ihre Mitarbeiter an-weisen, an einem Arbeitsort des Unternehmens im Ausland zu arbeiten, sofern im Arbeitsvertrag nicht ausdr\u00fccklich oder konkludent etwas anderes vereinbart worden ist. Im konkreten Fall war der Kl\u00e4ger bei einem international t\u00e4tigen Luftverkehrsunternehmen als Pilot am Flughafen N\u00fcrnberg stationiert. Der dem Arbeitsverh\u00e4ltnis zugrundeliegende Arbeitsvertrag sah vor, dass der Kl\u00e4ger auch an einem anderen Ort stationiert werden k\u00f6nne. Da die Beklagte im M\u00e4rz 2020 entschied, die Homebase am Flughafen N\u00fcrnberg aufzugeben, versetzte sie den Kl\u00e4ger zum 30. April 2020 an die Homebase am Flughafen Bologna. Vorsorglich sprach die Beklagte eine entsprechende \u00c4nderungsk\u00fcndigung aus, die der Kl\u00e4ger unter Vorbehalt ihrer sozialen Rechtfertigung annahm. Nach Auffassung des Kl\u00e4gers sei seine Versetzung ins Ausland dennoch unwirksam, da das Weisungsrecht des Arbeitgebers nach \u00a7 106 S. 1 GewO eine solche nicht erfasse. Ferner sei die Versetzung unbillig, da er seinen tariflichen Verg\u00fctungsanspruch verliere. Die Erfurter Richter hielten die Versetzung ins Ausland allerdings f\u00fcr wirksam. Sofern arbeits-vertraglich kein bestimmter inl\u00e4ndischer Arbeitsort fest vereinbart wurde, sondern ausdr\u00fccklich eine unternehmensweite Versetzungsm\u00f6glichkeit vorgesehen werde, umfasse das Weisungs-recht des Arbeitgebers nach \u00a7 106 S. 1 GewO auch eine Versetzung an einen ausl\u00e4ndischen Arbeitsort. Eine Begrenzung des Weisungsrechts auf inl\u00e4ndische Arbeitsorte sei dem Gesetz nicht zu entnehmen. Vorliegend sei die Versetzung eine Folge der unternehmerischen Entscheidung, die Homebase in N\u00fcrnberg aufzugeben. Eine Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeit f\u00fcr den Kl\u00e4ger vor Ort sei demnach entfallen. Da keine weiteren inl\u00e4ndischen Besch\u00e4ftigungsstellen existierten, ent-sprach die Versetzung nach Bologna auch dem billigen Ermessen. Ein entsprechender Tarifsozialplan habe dar\u00fcber hinaus die Sicherstellung der tariflichen Arbeitsbedingungen am ausl\u00e4ndischen Stationierungsort gesichert.<\/p>\n\n\n\n<p>BAG, Urteil vom 30. November 2022 \u2013 5 AZR 336\/21<br>Quelle: DSLV<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitgeber k\u00f6nnen Mitarbeiter ins Ausland versetzen BAG, Urteil vom 30. November 2022 \u2013 5 AZR 336\/21 Arbeitgeber k\u00f6nnen im Rahmen ihres arbeitsvertraglichen Direktionsrechts ihre Mitarbeiter an-weisen, an einem Arbeitsort des Unternehmens im Ausland zu arbeiten, sofern im Arbeitsvertrag nicht ausdr\u00fccklich oder konkludent etwas anderes vereinbart worden ist. 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